Zwei Welten

Es war schon ungewöhnlich, dass sie sich in jener Stunde trafen. Wann war das schon jemals vorgekommen?
Sicher hätte man in den Annalen sehr weit zurückblättern müssen, um hier eine Übereinstimmung zu finden. Aber nun, heute, gerade in diesem Augenblick war es überraschenderweise doch geschehen. Und es war dabei nicht ersichtlich, was zu diesem außergewöhnlichen Ereignis geführt hatte.

    Keiner der Beiden hatte den Anderen je gesehen, jeder kannte ihn nur vom Hörensagen. Und dieses Wissen war nicht umfassend genug, um sich auch nur in den geringsten Teilen ihres Daseins kennenzulernen. Schließlich lebten sie in verschiedenen Bereichen ihrer Zeit. Dabei ist die Diskrepanz des eigenen Daseins doch die Gewissheit, dass niemand seine Haut so einfach ausziehen kann, wie die Metamorphose einer Raupe es bewerkstelligt.
Als er sie nun traf, konnte er nicht begreifen, wie so etwas Wunderschönes überhaupt existieren konnte. Mühevoll kramte er in den Tiefen seiner Erinnerung, versuchte dabei die Türen zu seinem Ich zu erweitern - vergeblich.

     Die Gedanken wanderten zurück zu den Zeiten seiner Kindheit. Konnte es sein, dass er damals schon einer ähnlichen Frau begegnet war, die ihn so beeindruckt hatte? Die Frage blieb im Raum stehen, scheinbar unlösbar und dennoch immer wieder von Neuem gestellt.

     »Ein interessanter Typ«, dachte sie, als ihr der Mann dort auf dem Kiesweg entgegenkam. Mit einigen kurzen Blicken betrachtete sie ihn, versuchte dabei, es nicht zu auffällig erscheinen zu lassen. Nicht jeder, und auf keinen Fall er selber, musste gleich erkennen, dass sie ihn mit einem Blick voller Staunen betrachtete.

    Anderseits ließ sich diese Aufmerksamkeit nicht so einfach abschütteln wie Regentropfen von einem Schirm. So einen Mann sah man halt nicht jeden Tag, warum also sollte sie nicht intensiver hinschauen? War das schon ein Faux pas? »Sicher nicht«, sagte sie sich und sah sich diesen Mann nun doch intensiver an. 
»Genau mein Wunschkandidat, wenn ich wählen müsste«, dachte sie. »Mit ihm könnte ich schon mein Leben auf einen Nenner bringen. Aber wie soll das gehen?«
     Er war nun auf Höhe ihrer Parkbank angelangt, seine intensiv blauen Augen sahen sie mit einer Wärme an, dass sie förmlich dahinschmolz. »Darf ich mich zu ihnen setzen?« fragte er dann leise mit einer Stimme, die wie ein Windhauch im Walde klang. »Ich bin nicht gern allein an solch einem schönen Tag.«
Sie nickte nur, die Worte blieben ihr fast im Hals stecken. Sie spürte, wie eine warme Woge über ihr Gesicht zog.

     Dann brachte sie es doch noch fertig zu flüstern: 
»Ja, gern!« Der Mann bedankte sich; mit einer knappen Verbeugung stellte er sich dann vor. Sie verstand seinen Namen nicht ganz, traute sich aber auch nicht nochmals nachzufragen. »Lenz«, sagte sie dann, »Ulrike Lenz«. Er lachte auf. 
»Das ist ja seltsam«, meinte er dann, »Der Herbst und der Lenz, welch ein wunderbares Zusammentreffen!«
Sie lächelte nun auch, Herbst hiess der symphatische Mann also, hatte sie doch richtig gehört.Human2_010

     Das anregende Gespräch vertiefte sich schon bald in eine interessante Diskussion. Die Gedanken schweiften dabei in philosophischen Weiten, oft ohne Bezug zum realen Leben. Das Mitteilungsbedürfnis beider Menschen, die in solch unterschiedlicher Weise zusammengetroffen waren, schien unerschöpflich zu sein.
Obwohl der Gegenwartsbezug sich dabei manchmal nur erahnen liess, hatte das Gespräch trotzdem stets einen Zusammenhang mit dem Ablauf ihrer Zeit. Es war diese Zeit, die wahrscheinlich von keinem anderen Menschen erfahrbar war. Einer Zeit, die unabhängig von den vier Jahreszeiten ablief und dennoch ausgefüllt war mit Ereignissen. 

      Die jugendliche Frau und der ältere Mann, die sich noch nie gesehen, nur voneinander gehört hatten, verstanden sich ohne Einschränkung. Es schien wie ein Mirakel zu sein, dieser Gleichklang der Seelen an einem so wunderschönen Tag. 

     Sie schaute ihn von der Seite an. Ein heller Sonnenstrahl hatte zwischen den Blättern der großen Buche einen Weg auf sein leicht gebräuntes Gesicht gefunden, streifte über das Relief seiner Stirn und hinterliess dabei einen Ausdruck von Ferne und Zeitlosigkeit.
»Warum habe ich Sie noch nie getroffen«? Er fragte es leise, als er die Blicke der jungen Frau spürte. Sie merkte, dass er sie ansah, senkte schnell ihren Kopf, zuckte dann mit den Schultern. 
»Ich weiss es auch nicht,« entgegnete sie, »wahrscheinlich sind unsere Tage oder die Freizeiten zu unterschiedlich? Ich muss ehrlich sagen: Ich finde es auch schade!«
Bei diesen Worten errötete sie. Der Mann, der schließlich vom Alter her ihr Vater sein konnte, berührte mit einem Lächeln ihre Hand. 

     »Das ist schön«, sagte er dann leise, kaum verständlich, »da sind wir schon zwei, die das gleiche Gefühl haben!« 
Ihre klaren Augen leuchteten. In ihnen konnte er lesen wie in einem offenen Buch und was er da las, gefiel ihm so sehr, dass er keinen Blick von ihr lassen konnte. 
»Wir sollten uns viel öfter sehen,« sagte er dann, »ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich ohne Sie gelebt habe!«
Sie lachte hell auf. »Sie Schmeichler, Sie haben doch lange gelebt, ohne mich zu kennen, oder?«
»Sicher«
, sagte er daraufhin, »sehr, sehr lange. Gerade deswegen verstehe ich es ja nicht. Ich wusste immer, dass etwas fehlte, nur war mir nie klar, was es denn war. Und nun, seit ich Sie sah, - ja - es ist eben nicht begreiflich.«

      Die Sonne war weiter gewandert, der Abend kündigte sich an. Der kleine Teich drüben jenseits des Weges lag nun im Schatten der hohen Bäume. Einige Blesshühnchen bemühten sich, zwischen dem Blattwerk der Teichrosen Nahrung zu finden. Im Schatten erschienen ihre kleinen Blessen wie weiße Punkte auf dem Wasser. 
Die beiden Menschen auf der Bank schwiegen geraume Zeit. Dann sagte der Mann: 
»Müssen Sie nicht heim? Man wartet sicher auf Sie. Wenn Sie möchten, begleite ich Sie, gleich wird es dunkel und die Gegend scheint mir doch sehr unsicher zu sein.«
      Erstaunt und auch ein wenig spöttisch meinte sie dann: »Hey, Sie trauen mir wohl gar nichts zu? Ich bin schon riesengroß! Ich kann mich auch wehren. Und dann - auf mich wartet schon lange niemand mehr! Ich lebe allein - und ich lebe gern allein. Mir fehlt nichts zu meinem Dasein. Da können Sie ganz beruhigt sein.«
»Entschuldigen Sie«
, meinte er dann, »so war das doch nicht gemeint. Ich wollte doch nur behilflich sein. Ist das denn so schlimm? Sind Sie immer so argwöhnisch, ist Hilfe für Sie eine Art von Bevormundung?«

     »Ich meinte Sie nicht persönlich. Ich bin es nur nicht gewohnt, bemuttert zu werden. Seit meinen frühesten Tagen bin ich selbständig, habe immer für mich selbst gesorgt. Und dabei,« sie lächelte, dabei waren ihre Grübchen in den Mundwinkeln sichtbar, »bin ich immer gut gefahren.«

     Der Mann schaute in der einsetzenden Dunkelheit hinaus auf den kleinen See. »Ja«, sagte er dann nach einer kurzen Pause, »das Wörtchen ›immer‹ hört sich so einfach an. Ich kenne das ebenfalls aus meiner Jugend her.«
     Er lächelte nun auch, dabei schien sein Blick in die Vergangenheit zurückzureichen. 
»Das ist das Vorrecht der jungen Generation: Ich weiss immer, was ich tue. Ich passe immer auf mich auf. Ich bin immer vorsichtig. Diese Aussagen haben stets nur die eine Beweiskraft: Ich bin Ich!«
      Sie nickte mehrmals bestätigend. »Genau so ist es. Warum soll ich denn etwas tun, nur weil andere Menschen meinen, es wäre gut? Was im Mai hervorragend ist, kann doch im Oktober eine völlig andere Perspektive bieten. Denken Sie doch mal selbst, Herr Herbst: Was Sie in ihrer Jugend erlebten, hat heute keinerlei Bedeutung mehr. Die Zeit hat sich geändert, wir mit ihr!« 

     »Natürlich.« Der Mann dachte bei diesen Worten an seine eigene Jugendzeit. »Ja, ich kann das schon nachvollziehen. Ich denke, dass ich früher genauso gedacht habe. Aber ich habe gelernt. Ich habe aus dem Leben gelernt, und diese Lehre war gewiss nicht immer schmerzlos!«
     Sie spürte die Zwischentöne in seinen Bemerkungen, ohne ihn zu unterbrechen, hörte sie weiter aufmerksam zu.
»Sie sind noch jung, Ulrike. Es ist schön, wenn man dieses Leben mit seinen unzähligen Spielarten noch vor sich hat. Dazu braucht es auch keine rosarote Brille. Diese Einsicht ist ganz allein da, praktisch von selbst. Meinen Sie, ich dachte damals anders? Alles, was mir nicht gefiel, klammerte ich einfach aus. Es betraf mich nicht und ich musste mich auch nicht darum kümmern. 
Alles andere ringsherum schien mir richtig so, wie es war. Ich liess alle anderen Menschen für mich denken! Fast alle anderen machten es genau so und das - genau das - war eben falsch. 
     Dann war plötzlich alles vorbei. Und die Quintessenz davon: Alles, woran wir glaubten, was wir Jungen als richtig empfunden hatten, war plötzlich falsch! Wissen Sie, was eine solche Kehrtwendung um 180 Grad für einen jungen Menschen bedeutet?«

  Der Mann schwieg, die Erinnerung übermannte ihn machtvoll. Die junge Frau nahm behutsam seine Hand, sagte nichts zu seinen Worten und so schwiegen sie.
Der Abend hatte sich inzwischen über die Parklandschaft gelegt. Die Laternen an den Parkwegen streuten ein mattes Licht auf die Wege. Alles war still, die Tiere am See waren wohl auch alle zur Ruhe gegangen.
Nach langen Minuten erhob sie sich schließlich, schaute ihn lange an.
»Ich - ich glaube, ich muss nun doch langsam nach Hause«, sagte sie dann. 
»Ich begleite Sie«, meinte der Mann und erhob sich ebenfalls. 
»Nur bis drüben«. Die Frau wies zur anderen Seite des kleinen Sees, wo eine Reihe von Häusern standen.
»Na gut«, er lächelte schelmisch, »wenigstens lassen Sie das zu.« 
Beide lachten laut auf. Dann hakte sich die Frau ganz freundschaftlich bei ihm ein. »Oh«, meinte sie lachend, »Sie können stolz darauf sein, das ist schon sehr viel ...«
    Am frühen Nachmittag des nächsten Tages saß der Mann auf der gleichen Bank im Park. Ein Schwanenpaar zog langsam seine Kreise auf dem klaren Wasserspiegel des Sees. Einer der Schwäne hatte seine Schwingen hochgestellt und verbreitete so eine majestätische Ruhe. Es war ein wunderschönes Bild, passte jedoch irgendwie nicht zu der Unruhe, die der Mann dort auf der Bank ausstrahlte. Wiederholt sah er auf seine Armbanduhr, um dann wieder zum Weg zu schauen, der um den See herum führte.Human2_024

     Kurz darauf wurde seine Ungeduld belohnt. Sie kam leicht und beschwingt den Weg entlang, ein leichtes bunt geblümtes Sommerkleid passte vorzüglich zu ihrem jugendlichen Aussehen. Sie deutete einen leichten Knicks an, reichte ihm dann ihre Hand zum Gruß.
»Ich bin aber nicht zu spät? Es sieht fast so aus, als warteten Sie schon lange auf mich!«
»Natürlich nicht, ich war nur viel zu früh da,
« sagte er. »Verzeihen Sie mir bitte meine Ungeduld. Es ist schon so lange her, dass ich auf eine junge Dame gewartet habe. Bin eben doch aus der Übung.«
Sie lachte. »Nun«, meinte sie, »dafür haben Sie das aber hervorragend gemeistert!«
Dann sah sie gedankenverloren auf den See hinaus. 
»Also, wenn ich das so sagen darf, ich habe mich auch auf dieses Treffen gefreut. Man hat nicht so oft das Vergnügen, sich so gut unterhalten zu können. Meist geht es bei Gleichaltrigen über ein belangloses Gespräch doch nicht hinaus, ich jedenfalls finde das schade.«

     Herbst sah sie versonnen an. »Sie sind schon etwas Besonderes, Ulrike. Wenn Sie nicht so jung wären, könnte man meinen, Sie gehörten zu meiner Generation.«
»Och nee«
, meinte sie dann, »ich hab schon meine eigenen Ansichten, die sich bestimmt von den Ihrigen unterscheiden. Und sicher nicht zu knapp. Meine Eltern jedenfalls hatten schon ihre liebe Not mit mir.« 

     Sie lachte auf. »Und jeder Baum der Generationen trägt eben seine Früchte, denke ich. Die sollte dann aber auch nur der pflücken, der sie zu verwerten weiss, meinen Sie nicht auch?«
Sie bewegte ihre Handflächen hin und her, um damit ihre Unsicherheit anzuzeigen. Ihr Gesichtsausdruck unterstrich dabei diese fragende Aussage.
Der Mann nickte bestätigend mit dem Kopf. 
»Doch. Das mag durchaus richtig sein. Aber ein Baum der Erkenntnis der Generationen bringt auch noch andere Dinge hervor. Die Suche nach der Wahrheit. Da taucht dann ganz schnell die bewusste alte Frage auf: Was ist Wahrheit? Und von dort bis zu den bewussten Früchten, die Sie jetzt meinen, ist es noch ein langer Weg.
     Sind Ihre Früchte auch meine Früchte? Ist Ihre Wahrheit auch mein? Oder sind das völlig verschiedene Dinge, die niemals ganz äquivalent verlaufen können?  Wenn Sie beispielsweise von Liebe reden würden, ist es dann dasselbe Gefühl, die gleiche Emotion, die mir dann vorschwebt? Meinen wir das Gleiche, wenn wir lieben?«

     Sie schaute ihn nachdenklich an. Ihr Blick wanderte schließlich weiter zu den Schwänen auf dem See, zum schilfbewachsenen Saum des jenseitigen Ufers. Eine grandiose weiße Wolkenwand mit herrlich gezackten Rändern schob sich unmerklich langsam vom Horizont auf den See zu. Es war ein Bild, das nur die Natur selbst hervorbringen konnte.

    Zwischen den beiden Menschen war es still geworden. Beide genossen diesen Anblick, der sich so gewiss nicht täglich vor ihren Augen abspielen würde. 
»So etwas Schönes sieht man nicht oft«, sagte sie dann. »Ich liebe diese Wolkenbilder!«
»Und ich ebenfalls. Vielleicht ist es eine Belohnung nur für uns? Für zwei Menschen, die so unterschiedlich sind, wie Menschen nur sein können und doch von einer Seelenverwandtschaft, die unglaublich ist.« 

    Die junge Frau schaute dem Mann in die Augen. In diesem Blick lag etwas von dem Wissen, das seit Äonen von Zeiten immer wieder neu die Menschheit belebte, sie reifen liess und das Rad des Lebens ständig neu drehte. 
»Es ist der Zauber der Gegenwart, der so etwas schafft. Ein Teil vom ›Gestern‹ und ein Stückchen ›Heute‹, ohne dass man beides festhalten kann. Man kann nur still geniessen. Und das ist auch das Fazit!«
 Herbst schwieg, auch das Mädchen schaute schweigend und gedankenverloren hinüber zu den großen Weiden am Seeufer. Wenn auch ihre Jugend und sein Alter etwas anderes aussagen mochten - sie kannten beide das Rätsel, das sie nicht freigab. Und sie wussten, dass diese Emotion, die beide verband, schon das Ende in sich selbst mit sich trug!

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     Beide Menschen hatten kurzzeitig ein naturhafte Verständnis füreinander. Aber sie wussten auch um die Grenzen der Generationen. Wo anders können sich ›Gestern‹ und ›Morgen‹ begegnen als im ›Heute‹? Dieses Heute aber verbietet jede Liebe, jede Vereinigung zwischen diesen beiden Polen ausnahmslos und von Vornherein! Weil sie unreal ist, ohne ein ›Vormals‹ und ein ›Nachher‹. Es ist nicht anders möglich. Wo das ›Gestern‹ eine Heimat war, ist das ›Morgen‹ noch längst keine Heimstatt für die Gegenwart! 
Liebe kann wirklich nur im Heute leben. Wo sie in der Vergangenheit lebt, ist sie tot und nur vom ›Damals‹ und der Trauer durchzogen.
     Sie wird dann nur von bildhaften Träumen begleitet, die unerfüllt bleiben müssen. Eben weil sie nicht mehr ist, sondern war! Liebe der Vergangenheit kann immer nur der nostalgische Rückblick auf wunderbare Zeitabläufe sein! Dabei geschieht es aber auch sehr oft, dass manche Geschehnisse unterdrückt oder ausgeklammert werden, weil diese Zeit längst nicht immer so schön war, wie sie im Gedächtnis gespeichert wurde!

     Liebe der Vergangenheit ist immer nur Erinnerung. Sie ist es ganz gewiss wert, behalten und auch gepflegt zu werden. Aber sie darf niemals in die Gegenwart hineinreichen! Dann nämlich ist dieses ›Jetzt‹ zum Scheitern verurteilt!
Aber wo Liebe nur in der Zukunft lebt, ist sie nur ein Abklatsch von Sehnsucht und Verlangen, ist sie lediglich eine Szene unstillbarer Leidenschaft, die das Herz der Betroffenen beschwert, dabei Wünsche und auch Reaktionen anderer Art meist völlig einengt.

     Wie viele Freundschaften wurden schon zerstört, weil einer der Beteiligten plötzlich die Liebe entdeckte und somit die frühere Gemeinsamkeit vernachlässigte, ohne dass dann die Liebe wirklich einen Platz im Leben einnahm. Liebe in der Zukunft ist irreal. Sie wird vielfach von Wünschen begleitet, von Vorstellungen, die dann mehr oder weniger in Enttäuschungen ihr Ende finden. So manches Mal kann es dann geschehen, dass der enttäuschte Partner sich für lange Zeit selbst von all diesen Möglichkeiten des menschlichen Miteinanders ausschließt, frei nach dem Motto: Für mich gibt es keinen Partner, der zu mir passt!

     Was also bleibt dann von allem zurück? Hoffnungslose Tage, Nächte voll absonderlichster Wünsche, wehmütige Träume, die sich des Öfteren auch in Depressionen verwandeln. Liebe ist. Liebe ist Heute. Liebe ist das, von dem Erich Fried sagt: »... ist, was es ist!«

      Die junge Frau und der ältere Mann gehen zurück in ihr eigenes Leben, jeder für sich allein. Zurück bleiben Träume vom gegenseitigen Verständnis der Generationen. Ihre Träume. Unsere Träume? Gestern war! Natürlich, mit all unseren Träumen, Leiden und Freuden. Morgen wird sein! Mit den gleichen Voraussetzungen, den gleichen Wünschen.
Aber: Heute ist! Das muss, nein das ist der Trost für alle Menschen, die stets nur noch warten. Dann aber ist es irgendwann zu spät. Übrig bleibt nur noch das ›war‹ ...

 

Erweckt

Zarte Melodie
aus frühlingshaften Tagen
erweckt die Seele.

***

 

Sieger und Besiegte

Der Lauf ist beendet, das Zielband erreicht. Alle feiern jubelnd den Sieger, der nun endlich feststeht und bekannt gegeben werden kann. 
Es war ein spannender Lauf und so manches unerwartete Ereignis brachte auf diesem langen, anstrengenden Lauf Umwälzungen, die so nicht voraussehbar waren. 
Bei der Verpflegungsstation beispielsweise auf halber Strecke gab es so manche Rangeleien, die Ordnungskräfte hatten alle Hände voll zu tun.Natürlich wurde das Durchschnittstempo im Verlauf des Rennens dann doch etwas geringer, der Kräfteverschleiss war schon enorm. Manch einer der Läufer gab unterwegs auf, weil er seine Kräfte überschätzt hatte.

     Bei der Hälfte der Strecke setzte sich eine Handvoll Läufer vom Feld ab, legte einen Zwischenspurt ein, bis sich endgültig der spätere Sieger auch von diesen Ausreißern trennte und ganz allein dem Ziel entgegenwankte.

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     Das Ziel? Dieses Ziel, war es das wert? Das Ziel wurde erreicht, ist das nicht auch ein Sieg? Erster? Letzter? Was zählt da die Reihenfolge. »Dabei sein ist alles!«, hiess einmal ein Schlagwort, neben »Citius, Fortius, Altius« als olympische Gedanken. 
Ja ich weiss, das ist schon lange her, dieses Wort wird heute nur noch in den Mund genommen, wenn jemand aus einem fernen exotischen Land als 386. ins Ziel kommt. Dann nehmen Moderatoren von Funk und Fernsehen gern diesen Satz in den Mund. Mitleidig wird erwähnt, dass Jerome Ataxères ebenfalls angekommen ist. Gezählt wird aber nur der erste Platz, wer Zweiter wird, hat schon verloren! Der Lauf ist beendet, der Sieger geht erschöpft, aber glücklich nach Hause. 

       Und die Verlierer? Was ist mit den Verlierern, haben sie nicht auch gelitten unterwegs auf der Strecke? Als sie Seitenstechen bekamen, als die Beine plötzlich nicht mehr gehorchen wollten, als der Kreislauf schlappmachte, als das Herz anfing zu rasen? Als sie sich auch selbst überwinden mussten, um weiter zu laufen und nicht wie viele andere einfach aufgaben? Was ist nun mit jenen?

      Gewiss, sie werden es noch einmal versuchen können, irgendwann. Wieder wird dann dieser unerträgliche Druck auf ihnen lasten, weil ja nur der Sieg allein zählt, ist im Grund alles andere gleichgültig. 
Es ist auch unwahrscheinlich, dass es das nächste Mal für den ersten Platz reichen wird!

     »The winner takes it all!« hieß einmal ein Schlager, den die Gruppe ABBA sang.
Der Gewinner bekommt alles. Beifall, Preisgeld, Lob, Anerkennung. Für die Masse der Verlierer bleibt nichts mehr übrig. Vielleicht ein mitleidiges Lächeln, eine Geste des Bedauerns - nun, es hat eben nicht gereicht.

     Etwas Gutes kann man aber den Verlierern doch mit auf ihren zukünftigen Weg geben: Der Gewinner, mag er heute noch so hoch gehandelt werden und in aller Munde sein, mag er auf allen Titelblättern der Gazetten zu sehen sein - er ist spätestens übermorgen schon vergessen!

Dann nämlich gibt es einen neuen Gewinner. Und alles geht wieder von vorn los.
»Morituri te salutant!« So grüßten einst (nach Sueton) im alten Rom die Kämpfer den Kaiser. 
Die Todgeweihten grüßen dich.
Gut, dass es wenigstens das nicht mehr gibt!

 

Die letzten Jahre

 Es gibt keinen Menschen auf dieser Welt, der nicht weiß, dass die letzten Jahre unseres Lebens mit Beschwerden belastet sind, nicht zu vergessen der Tod, der am Ende des Lebens alles abschließt, was wir erreicht - oder auch nicht erreicht haben. Jahr um Jahr bringen alte Menschen Opfer und leisten auch oft Verzicht auf alles, was man vielleicht noch wollte. 
   Seinen eigenen Sinnen und Kräften sollte man schon misstrauen. Nicht alles, was man sich noch zutraut, kann auch ausgeführt werden. Ein Weg, der früher nur ein kleiner Spaziergang war, wird nach und nach zu einem Kraftakt, wird mühsam und lang, immer länger, je älter man wird.
Die körperlichen Freuden, die einstmals die Würze des Lebens waren, werden immer seltener und müssen vielleicht immer teurer bezahlt werden. All die vielen Krankheiten und Wehwehchen, die früher nur ein müdes Lächeln hervorriefen, die langen Nächte, oft schlaflos, werden häufiger. All das ist einfach nicht wegzuleugnen.

    Darüber hinaus aber sollte man nicht vergessen, dass dieses Alter auch Vorzüge mit sich bringt. Man kann seinen Tag einfacher und besser strukturieren. Das allein bringt schon seine Vorzüge.
      Wenn sich zwei alte Menschen treffen, sollten sie nicht nur von ihrem Rheuma, ihrer Atemnot beim Treppensteigen oder den Schmerzen in den Gelenken reden, nicht nur die Leiden und Ärgernisse des Lebens austauschen. Sie sollten sich eher von all den schönen Begebenheiten und tröstlichen Erlebnissen erzählen, die sie erleben, und das sind gar nicht so wenige, wie viele glauben. Wir Weißhaarigen sind nicht die Generation, die nichts mehr kann, wir können auch Quellen der Kraft sein, des Trostes und der Zuversicht. Wir kümmern uns um Themen, die meist bei den jungen Menschen noch keine Rolle spielen.

     Eine der schönsten Gaben des Alters ist für mich z.B. der reichhaltige Schatz an Bildern, die man nach einem langen Leben in sich gespeichert trägt. Dieser Schatz ist immer abrufbar und braucht auch keine Festplatte oder eine Cloud im Internet! Wenn die körperliche Aktivität langsam schwindet, wendet man sich diesen Schätzen mit ganz anderen Voraussetzungen zu als in den früheren jungen Jahren. Menschen, die seit vielen, vielen Jahren nicht mehr unter uns sind, nehmen noch einmal Gestalt an, leben vielleicht auch in uns weiter. 

    Landschaften, Häuser, Städte, inzwischen bis zur Unkenntlichkeit verändert oder sogar ganz verschwunden, werden wieder vor unserem inneren Auge sichtbar.
Gebirge, Küsten, die wir vor unendlich vielen Jahren einmal bereisten, sehen wir wie in einem Bilderbuch ganz frisch und farbig vor uns.

   Wir wurden früher von Wünschen, Leidenschaften und Begierden gejagt, und - wie viele andere Menschen - sind auch wir durch unser Leben gestürmt. Voller Ungeduld, voller Erwartung und Hoffnung erlebten wir unser Dasein.
Heute, im großen Bilderbuch unseres Lebens blätternd, wundern wir uns darüber, wie schön und gut es doch sein kann, dass wir der Hetze des Daseins entronnen sind.
Hier in diesem Park der alten Menschen blühen Pflanzen, an die man früher nie gedacht hat. Da ist beispielsweise die Blume der Geduld! Wir werden nachsichtiger, gelassener. (Meist jedenfalls.) Wir geben dem Leben der Natur mehr Raum, damit sie sich entfalten kann. (Von aufgezwungenen Ausnahmen abgesehen.)

      Das Leben können wir an uns vorüberziehen lassen wie in einem Film, manchmal mit Bedauern, manchmal mit Freude, oftmals auch mit Leid. Wir schauen dem Leben unserer Mitmenschen, unserer Familie oder der Nachbarn zu, wie es weiterfließt, bis auch das eines Tages sein Ende findet.
    Wenn dann die ganz jungen Menschen aus der Überlegenheit ihrer Kraft und ihrer Ahnungslosigkeit hinter uns lachen, über unsere schütteren Haare, unseren unsicheren Gang; wenn sie unsere runendurchzogenen Gesichter komisch finden, dann können wir uns daran ergötzen, dass wir vielleicht früher, genauso im Besitz unserer vollen Kräfte, auf die gleiche Art hinter den Alten hergelächelt haben.

     Heute dürfen wir uns darüber freuen, dass wir dieser Phase entwachsen sind, ein wenig klüger, ein wenig duldsamer geworden sind. Denn das, genau das macht die Weisheit des Alters aus.
      Kann es denn sein, dass die letzten Jahre eines alten Menschen damit zugebracht werden sollen, ihren Kindern und Enkeln zu »gehören«? Das jedenfalls wäre mir entschieden zu wenig!
Ich habe ebenfalls eine Nachkommenschaft, deren Anzahl sich sehen lassen kann, bin ich nun dafür noch so eingeschränkt lebenstüchtig, um nur noch für diese Enkel (und Kinder) da zu sein? 

       Alles zu seiner Zeit, und warum nicht auch mit ihnen spielen, aber das wäre beileibe nicht der Sinn meines Lebens!
Ein wenig hat es aber auch mit der Genealogie zu tun, das ist beileibe nicht nur mit Fitness getan. Ein alter Mensch - ich sage bewusst nicht Senior - hat sich sein Leben lang krumm gearbeitet. Hat damit auch für das Bestehen und Fortkommen seiner Nachkommenschaft gesorgt.

Wie kann dieser entsprechende Mensch, der vielleicht heute mit etlichen Krankheiten gezeichnet ist, die gleiche Bedingung und Ausgangsposition für seine letzten Jahre haben wie jemand, der seinen Traumjob ausüben konnte und niemals in Sorge und Angst leben musste?
Dass die Gesundheit naturgemäß an erster Stelle steht und auch stehen muss, ist selbstverständlich. Wobei der heutige Fitness- und Wellnesswahn zu wirklich ausufernden Situationen führt. Alle Welt schreit nach Wellnessurlaub, solcher wird angeboten wie saures Bier! Und abgesehen von wirklich gesundheitsfördernden Maßnahmen in Kur und Urlaub, die es ja unbestritten auch gibt, ist jedes sogenannte Fitnesszentrum nichts weiter als ein kommerzielles Angebot des entsprechenden Hauses. Der Begriff »Wellness« ist ja nicht geschützt.Jedes Hotel, das irgendwo ein Trimmrad stehen hat oder ein paar Hanteln im Keller, bietet »Wellness« an. 
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       Wobei die Wenigsten überhaupt mit diesem amerikanisierten Wort etwas anfangen können.
Jetzt hat dieser Wahn also auch die alten Menschen erreicht.
Warum eigentlich? Wenn ich vorher einigermaßen gut und vernünftig gelebt habe, muss ich diese Spässe wirklich nicht mitmachen. Die Natur lässt sich auf keinen Fall täuschen. Alt bleibt eben alt! 

     Jeder will es werden, sagt ein Sprichwort, aber niemand will es sein! Da hilft weder Botox noch Silikon, weder die Fitnesszentren noch alternative Ernährung, da hilft nur die eigene Einstellung zum Leben, zu seinem eigenen Leben.

     Die Chance, heute hundert Jahre alt zu werden, wird bei uns weiterhin zunehmen. Warum nicht auch bei dir und mir? Insgesamt ist dabei die Sorge vor einer überproportionalen Ausweitung von Gebrechlichkeit, Krankheit und Pflegebedürftigkeit im sehr hohen Alter unbegründet. Das sagt eine Untersuchung des Robert-Bosch-Instituts deutlich aus. Rund 14 000 Menschen über Hundert leben zurzeit in Deutschland, ihre Zahl wird in den kommenden Jahren deutlich ansteigen.

 Durch gezielte Interventionen für mehr Selbstständigkeit ist es vermutlich in höherem Ausmaß als bisher möglich, Pflegebedürftigkeit auch bei Hundertjährigen abzuschwächen oder sogar zu vermeiden. Wenn ich mich dafür dann aber mit allen Genüssen des Lebens einschränken soll, auf alles verzichten, was noch möglich ist, - dann, ja dann will ich gern auf den hundertsten Geburtstag verzichten!

    Gesund leben, körperlich und geistig voll auf der Höhe sein: ja, unbedingt. Aber das alles durch einen zweifelhaften »Wellnessrausch« zu erleben - nein, das muss ich nicht unbedingt haben! 

      Ich kannte einige »Senioren«, die noch mit 80 jeden Morgen durch den Park joggten. Wie schön, dachte ich damals. Dann erfuhr ich von Fachleuten, dass z.B. Arthrose und Rheuma sich auch durch Joggen nicht vermeiden lassen, sondern dass gerade die Schonung der angestrengten Gelenke solche schmerzhaften Begleiterscheinungen vermeiden bzw. vermindern lässt.

    Und wenn dann manche Menschen davon schwärmen, wie toll sie mit sechzig Jahren noch am Leben teilnehmen, so ist das für sie OK, für mich aber gar nicht der Rede wert! Ob das in zwanzig Jahren auch noch so sein wird - auch mit ihrem Fitnessprogramm - darauf möchte ich nicht wetten.
Die Gesundheit eines Menschen, seine gesamte Konstitution verändert sich im Ablauf seines Lebens. Niemand weiss, was das Schicksal morgen mit ihm vorhat. 

Einen Abschlusstext von Grypius, (1616-1664) aus seinen Epigrammen halte ich hierzu  als Epilog für passend:

Man lacht nicht,
weil du alt, glaub mir,
man lacht allein,
weil du, die du doch alt,
durchaus nicht alt willst sein!

  

INHALT

Worte der Liebe
Zwei Welten
Die letzten Jahreneu_1
Sieger und Besiegte

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Worte der Liebe

Die Stunden der Nacht sind vorüber. Worte beginnen zu wandern. Hier hin - dort hin. Tief unter der Haut verwurzeln die Worte im Zwielicht des Morgens. Streifen leise durch das morgendliche Grau des Zimmers. Flüstern Geständnisse, beichten kleine Geheimnisse des Lebens, die sonst unausgesprochen blieben. Weil Liebe unteilbar ist, bedarf sie weder einer Frage noch einer Antwort.

      Blicke treffen sich. Finden sich zum traulichen Miteinander. Spannen Netze aus filigranen Silberfäden, glänzende Wunderwerke des Daseins. Verbinden sich zur Einheit des frühen Tages ohne Rücksicht auf die gesichtslose Form des Morgens. Die Nacht bleibt zurück, ist bedeutungslos geworden, ist Vergangenheit. Nur die Stunde zählt, die Stunde der Liebenden.

     Erinnerungen sprechen eine eigene Sprache, kaum einer versteht sie. Hätten die Augen Geduld, würden sie auf die kleinen Dinge achten, könnten Farben erkennen und aus dem Mosaik Bilder formen. So jedoch bleiben sie im Gewirr des Morgens hängen. Wozu fragen, wenn man die Antwort kennt? Aus dem Dunst der Vergangenheit entsteht ein Fragment der Zukunft, zwar unvollständig, dennoch bildhaft in klaren Farben. 
Nein, Worte sind nicht Schall und Rauch, wie der Dichter sagt! »Ich liebe Dich« ist ein Abbild des Denkens, ein Synonym für ein Miteinander des Lebens, vielleicht begrenzt auf Zeit, vielleicht für die Ewigkeit; auf jeden Fall aber fliegen die Herzen in intimer Zweisamkeit empor zu den Sternen. Sie verlieren sich dort und finden sich immer wieder.

      »Ich liebe dich!« Der Sinn dieser Worte ist so bemerkenswert, dass er aufgehoben wird bis an das Ende der Tage. Man möchte ihn mit den Händen fassen und bewahren, obwohl die Vergänglichkeit des eigenen Ichs lange erkannt ist. Worte sind der Gesang der Seele. Einmal gesprochen sind sie fort, fliegen in die Weite. Kehren auch nie zurück, überwintern im Dunst des Erinnerns, bis sie melodiös als Duett im warmen Strudel des Frühlings erklingen, eine Sinfonie der Liebe in einer Welt der Kälte.

       Wenn die Stunden der Nacht vorüber sind, gebiert der Morgen das Licht, lässt das verwelkte Dunkel hinter sich und entsorgt es auf den Stapel des Vergessens. 
Gestern war, morgen wird sein. Beides ist nicht mehr oder noch nicht beeinflussbar, allein das Heute ist der Weg unseres Daseins.

      Ohne Notwendigkeit, ohne jede Vorbedingung und ohne jede Suche schenken die Worte der Liebe Wärme und Vertrauen, Hingabe und Erfüllung. Im Leben eines Menschen kann nichts bedeutsamer sein als gemeinsam gelebte Stunden, Tage und Jahre. Sie ergeben die Quintessenz des Lebens zu zweit.sculpt_059

    Oftmals aber sind »Einsam« und »Gemeinsam« Zwillingsgeschwister! Dort, wo die Worte der Liebe verloren gehen, verschwindet oftmals das »- Gem -« auf unerklärliche Weise. Und niemand weiss, wohin es ging. Eines grauen Morgens war es nicht mehr da.

       Das geschieht dann, wenn die Vergangenheit die Oberhand erhält oder die Zukunft im Blickpunkt steht. Wenn das Heute, das Leben im »Jetzt« nicht mehr vordergründig ist, verliert auch das Wort »Ich liebe dich« an Bedeutung, es wird dann nur noch als inflationäres Anhängsel benutzt und irgendwann hat es seine Wichtigkeit vollends verloren!

Die Nacht bleibt zurück, wird bedeutungslos. Nur die Stunde zählt, die Stunde der Liebenden ...

 

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