Was ist denn aktuell?

Was ist das ? Ist alles, was wir am Morgen konsumieren, aktuell? Neuigkeiten können auch einen Bart haben, der so lang ist, wie der des sagenhaften Barbarossa. Wenn ich an den heutigen Tag denke, dann ist es der G-7-Gipfel, an dem sich die Politiker der sieben Staaten aufgerafft haben, um endlich - mal wieder - zu einer Einigung zu kommen.

 Aber ist die Welt dadurch einig? Sprechen dadurch nun die Völker der Welt mit einer Stimme? Kaum, denke ich. Solange es noch die Staaten gibt, die an der bitteren Armutsgrenze leben, die von Machthabern regiert werden mit Unterstützung dieser und jener »reichen« Länder, die nichts anderes wollen als ihre eigene Macht ausüben, solange bleibt die Menschheit gespalten. Ich fürchte, dass St.Nimmerlein kein Gedenktag für die Einheit der Menschen werden wird!

 Früher meinte man, wenn im fernen China ein Sack Reis umfallen würde, ginge uns das hier in Deutschland überhaupt nichts an. Irrtum, muss ich sagen! Es geht uns alle - wirklich alle - etwas an, ob in Indonesien noch mehr Urwald vernichtet wird, damit die Großkonzerne, wie SINAR MAS ihre Palmöl-Plantagen noch weiter ausweiten können!

 Indonesien ist das Land, in dem der Urwald am schnellsten zerstört wird. Seit 1950 wurden etwa
74 Millionen Hektar Urwald vernichtet, das ist eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. Bei dieser Vernichtung wird der in den bis zu 20 Meter mächtigen Torfböden gespeicherte Kohlenstoff als CO2 freigesetzt.

     SINAR MAS ist nach eigenen Aussagen die Nummer Eins im Palmölgeschäft in Indonesien und die Nummer Zwei weltweit. Die Firmengruppe hat die aggressivsten Expansionspläne in unberührte Urwaldgebiete. Zudem bestehen enge Verbindungen zwischen der Firmengruppe und der indonesischen Regierung, die an die Palmöl- und Papierindustrie immer neue Konzessionen zum Abholzen der Urwälder vergibt.

    Das alles sind keine Märchen, sondern bittere Tatsachen. Und Indonesien ist kein Einzelfall! In Brasilien beispielsweise ist die Situation besonders dramatisch.  Seit 2019 ist Jair Bolsonaro dort brasilianischer Präsident. Der Rechtspopulist, der wegen der verheerenden Waldbrände international in die Kritik geriet, hat die Ausbeutung dieses wichtigen Amazonasgebiets befürwortet.
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Sprechen wir über Brasilien

Brasilien benimmt sich bereits wie eine Weltmacht, was die angepeilten Regeln am Amazonas angeht. Die Regierung handelt unilateral, sie stimmt sich nicht ab mit den anderen Staaten der Erde. Dabei ist das Amazonas-Gebiet messbar weltweit bedeutend: Hier strömt der mächtigste Fluss der Erde, der rund zwei Drittel allen Wassers, welches auf der Erde in Flüssen fließt, dem Atlantik zuträgt. Hier wächst der weltweit größte zusammenhängende tropische Regenwald mit einer unermesslichen Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen, von denen die meisten noch gar nicht entdeckt sind.

    Brasilien jedoch scheint sich als Eigner zu fühlen. Der Staat bittet nicht einmal die Bewohner der Region um Zustimmung für seine Pläne. »Nach brasilianischem Gesetz gelten Indianer immer noch als unmündig«, schreibt die Buch-Autorin Catherina Rust („Das Mädchen vom Amazonas“), die unter Amazonas-Indianern aufwuchs. »Nicht einmal über die Bodenschätze dürfen die Indianer selbst verfügen. Im Fall einer Ausbeutung durch die Regierung können die indigenen Völker zwangsumgesiedelt werden.«

    In ganz Amazonien leben heute noch 350.000 Indianer, von denen sich viele zunehmend verzweifelt gegen Abholzung, Überflutung und Landraub wehren.
Es geht aber nicht diese indigenen Völker an - es betrifft uns alle! Wann erkennen wir das, und nicht nur einige Verbände und Organisationen? Wann handeln die Staatsmänner und - frauen?
WANN?

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Unsere Gärten und wir!

Unsere Gärten sind nicht umweltfreundlich, jedenfalls in der Regel nicht. Ich möchte deshalb gern moralisch unfreundlich werden - wem das nicht passt, der darf gern weiterblättern.      Da gibt es nun unzählige Anzeigen und Vorschläge zu kindersicheren Gärten, Gartentipps von den Landwirtschaftskammern und Umweltipps von diversen Organisationen. Vor einiger Zeit las ich eine Pressemitteilung über die Vermeidung von Lärmemissionen.
Na ja, hab ich ich mir gedacht, eigentlich möchtest Du nur über den Garten schreiben. Und überhaupt: Wenn ich nun hier über das Rasenmähen am Sonnabendmittag schreibe, könnten meine Nachbarn sich angesprochen fühlen, also leg das mal lieber erst auf die Seite.

    Ich gehöre jetzt seit Neuestem zu den Glücklichen, die schon durchgeimpft sind, ich darf mich also wieder ins Einkaufsgetümmel stürzen. Was ich nun aber auf der Fahrt zum Gartenmarkt sah, brachte mich doch auf andere Gedanken zu einem anderen Thema!

      Es gehört nun ja schon zum normalen Alltagsbild,  dass in irgendeinem Vorgarten jemand seine Auffahrt mit irgendwelchen Mittelchen vom „Unkraut“ befreit. Die Diskussion, wie illegal der Gebrauch dieser Herbizide auf versiegelten Flächen ist, und immer gerne damit kokettiert wird, dass „man jemanden kennt, der noch was besorgen kann“ und dass auch Streusalz oder Essig genau so schädlich für die Umwelt sind, ist sicher in ganz Deutschland bekannt.

    Auch die steigende Zahl von „pflegeleichten“, weil mit Steinen versiegelten Vorgärten fällt mir immer mehr auf meinem Weg von zu Hause in die Ortsmitte vermehrt ins Auge. Dazu, während der Brutzeit, eifrige Freizeitgärtner, die Büsche und Sträucher in akkurate, geometrische Formen verwandeln und sich auch vom Anblick eines für ungestörten Zugriff durch Raubvögel freigeschnittenen Singvogelgeleges nicht von ihrem Tun abbringen lassen. Es muss sein, was sein muss!

 Eigentlich ist mir der Spaß am Einkaufsbummel schon vergangen, aber das Einkaufsleben geht ja noch weiter, ob ich es nun möchte oder nicht. In den diversen Reihen der Regale leuchtet mir das bunte Leben entgegen. Da wird beim Kauf eines Bierkastens der Regenwald gerettet und jede dritte Plastikverpackung hat irgendwo noch Samen für drei Quadratmeter bunte Blumenwiese, aufwändig verschweiß,im Angebot. Ja, man tut doch etwas für die Natur! Egal, Hauptsache, man hat wieder mal etwas für die Bienen getan, nicht wahr?

 

 Persönlich stelle ich mir an diesem Punkt die Frage, wie wichtig jedem einzelnen von uns eine intakte, funktionierende Umwelt eigentlich ist? Reicht die Alibi–Ansaat von drei Quadratmeter Blumenmischung aus der Nuss-Nougat-Creme als Ausgleich für das Anreichern von Oberflächenwasser mit Herbiziden?

     Oder die, hoffentlich unbeabsichtigte, Beihilfe zum Tod von vielen Vogelbruten durch unbedachtes, zu frühes Schneiden von Hecken und Sträuchern? Muss man seine guten, alten Gartengeräte mit Verbrennungsmotor jetzt gegen akkubetriebene Flüstergeräte austauschen, um dem Nachbarn nicht mehr akustisch auf die Nerven zu fallen, wenn man morgens um 7 Uhr beginnt, Lebensräume von Insekten, Vögeln und Kleinsäugern zu vernichten?

      Dem Igel ist es völlig gleich, ob er durch einen umweltfreundlichen, leisen Mäher beinamputiert wurde, nicht wahr? Fragt Mutter Amsel, Frau Meise oder Tante Rotkehlchen beim Anblick des freigelegten und von Elster und Co. ausgeräumten Geleges danach, ob die Heckenschere benzinbetrieben oder elektrisch angetrieben war?

 Ich komme jetzt mal auf den Punkt: Solange wir Umweltschutz nur mitmachen, weil es gerade aktuell und politisch korrekt ist, wir aber bei der kleinsten Abweichung unserer eigenen Lieblingszone durch Grün auf der Auffahrt oder Gänseblümchen im Rasen der Natur den Krieg erklären, da werden uns alle Lippenbekenntnisse nicht viel bringen.

 

Jetzt regen wir uns über eine geplante Erhöhung des Literpreises für Kraftstoffe um 16 Cent pro Liter auf. Unser Fahrverhalten, und damit unser Einfluss auf den Ausstoß von Schadstoffen in die Umwelt, werden wir aber nicht ändern. Schuld ist immer die Politik, nie wir selbst, die wir mit unserem Handeln eigentlich am ehesten für eine Änderung in eine bessere Richtung für die Natur sorgen könnten.

     Ganz ehrlich: Es gab mal eine Zeit, da war ich auch eher so eingestellt, dass ich es am wichtigsten hielt, dass es mir gut geht und mein Garten vor den Augen der Passanten besteht! Heute jedoch freue ich mich am Insektengesumme in den Staudenbeeten und dem Gezwitscher der verschiedenen Vögel in den vielen ungeschnittenen Hecken und Büschen. Und auch der Igel fühlt sich sichtbar wohl, wenn er mir die Schnecken aus dem Garten vertilgt.

     Schade, dass es für das Umdenken bei mir erst die allgemeine Lage auf unserem Globus und den damit verbundenen negativen kompletten Umbruch des Alltags brauchte. Es ist traurig, aber zum Umdenken lieber Leser, ist es nie zu spät! Denk auch du mal darüber nach, wie du in deinem Umfeld dafür sorgen kannst, dass wir wieder ein Stückchen des Normalzustands unserer Erde - auch im eigenen Bereich - wieder herstellen können!

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Bitte umblättern

Blätterst du manchmal auch 
in deinem Tagebuch des Lebens?
Nimmst den angefeuchteten Zeigefinger
und wendest eine Seite nach der anderen um?

So ist es nun mal im Menschendasein:
Täglich erfährst du, wie das Leben etwas
in dein Tagebuch schreibt,
ob es dir nun Recht ist oder nicht.

Rückschau halten heißt ja nicht,
an der Vergangenheit hängen bleiben.
Es kann auch bedeuten, dass du aus
Vergangenem Lehren ziehst .

Manchmal sind diese Seiten umfangreich.
Es scheint, dass nicht alles hinein passt
in diesen deinen Tag,
so eng stehen die Zeilen beieinander.

Dann wieder ist es nur eine kleine Notiz,
die du liest, kaum der Rede wert. 
Du meinst vielleicht, es lohnt sich gar nicht 
weiter zu lesen, so uninteressant ist es.

Wenn du nun aber eines Tages siehst,
dass die Seiten anfangen weiß zu bleiben, 
dann ahnst du im innersten Winkel des Herzens,
dass du aufhören wirst zu leben.

Lass dies nicht zu, lass jeden Tag
etwas Neues entstehen
und sei es auch nur Aufgewärmtes
vom Vortag ...


2018 ©by H.C.G.Lux


Ihm wird vorgeworfen, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer immer mehr zur Landnahme für landwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen. Zugleich wurden Umwelt- und Kontrollbehörden gezielt geschwächt. Dabei kommt Brasilien eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zu. Das südamerikanische Land verfügt mit einem Anteil in der Größe Westeuropas über einen großen Teil des Amazonasgebiets, das als CO2-Speicher gilt!
Es stimmt also nicht mit dem berühmten Sack Reis! Und ob G-7 oder G-21 jemals etwas daran ändern wird (oder kann?), steht in den Sternen. Und selbst die wissen es nicht, scheint mir ...

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Es besteht die Gefahr, dass die Menschheit
unter Rohstoffmangel leiden wird.
Dann werden wir alle gezwungen sein,
frische Lebensmittel zu essen!

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Unsere Gärten und wir

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